Der BirdsConTour Newsletter
Der BirdChat bringt Ihnen die Welt in aufregenden Artikeln, die verschiedene Themen wie Umwelt, Kultur, Tiere und vieles mehr ansprechen.
September 2008
Sehr geehrter Leser,
Der Bock, der (scheinbar) vor Freude einen Hüpfer macht
Die frühen Siedler kannten Springböcke nur als 'Trekbokke', (umherziehende Böcke), da sie immer mal wieder zu tausenden zusammenkamen und als eine große Herde von einem Gebiet ins nächste zogen. Die, die nicht mitzogen, wurden 'Houbooke' genannt (ansässig) und als eine andere Art angesehen. Die letzte der großen Wanderungen fand 1806 im Distrikt Prieska (Südafrika) statt, und wurde seitem nicht mehr beobachtet. (Biologen vermuten heute, das die Wanderungen durch große Trockenheit bedingt waren.) Also ist der 'Trekbok' von damals der heutige 'Springbock' geworden, da er ja oft spielerisch hohe, weite Sprünge macht. Genau wie das Impala kann der Springbock bis zu 3 Meter in die Luft springen und scheint für einen Moment dort zu schweben wie ein Vogel. Anders als das Impala, hält der Springbock beim Sprung seine Beine ganz gerade und entfaltet seinen puscheligen Schwanz wie eine Blume oder der Schweif eines Pfaus.
Himba - Nomaden Namibias
Die Himba sind halbnomadische Hirten, die im Nordwesten Namibias, dem Kaokoland (heute Kunene Region) leben. Ihre Umgebung ist von Härte und Trockenheit, aber auch von einer herber Schönheit gekennzeichnet. Ihr Leben wird von der lebensfeindlichen Skelettküste am Rand der Namibwüste, von unwegsamer Landschaft und ungewissem Regenfall bestimmt. Um 1750 herum entschlossen sich die meisten Herero, Richtung Südosten ins fruchtbare, zentrale Namibia zu ziehen. Eine Gruppe blieb zurück, aus denen zum Teil die heutigen Himba hervorgingen. Zwischen 1850 und 1870 raubten die Nama, die zu den Swartbooi und Topnaar zählten, riesige Rinderherden im Kaokoland, wobei sie jeden töteten, der sich ihnen entgegenzustellen wagte. Die Himba waren nun gezwungen, als Jäger-Sammler ihr Leben zu fristen und wurden geringschätzig Tjimba-Herero genannt, ( Tjimba=Erdferkel), da dieses Tier seine Nahrung aus dem Boden herausgräbt. Als die Überfälle um 1870 ihren Höhepunkt erreichten, flohen viele verarmte Tjimba aus dem Kaokoland nach Angola zu den dort ansässigen Herero, wo die Flüchtlinge dann 'ovaHimba' oder Bettler genannt wurden. Nach dem ersten Weltkrieg und dem Versailler Vertrag wurde Südwestafrika treuhänderisch der südafrikanischen Union übergeben. Das Kaokoland proklamierte man als Reservat unter vier 'Häuptlingen' und 1928 proklamierte man das Kaokoland obendrein zum Wildschutzgebiet und versetzte den Kommissar nach Opuwo, dem Verwaltungs-standort des Kaokolands. Opuwo bedeutet auf Herero 'nicht mehr' oder 'fertig'. 1970 wurde die Proklamation des Kaokolands zum Wildschutzgebiet rückgängig gemacht und es nun als Homeland für circa 13 000 Menschen - vorwiegend reiche, hererosprachige Viehbesitzer, Bauern und Hirten - erklärt. Infolge einer vom Landwirtschaftsministerium 1972 durchgeführten Studie gab man die Zahl der Rinder im Kaokoland auf über 160 000 an, also durchschnittlich 12 Stück pro Person, Kleinvieh ausgeschlossen. Die Himba gehörten demnach zu den wohlhabendsten bantusprachigen Hirten Afrikas. In den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts veränderte sich jedoch die seit 60 Jahren relativ friedliche Welt des ockerfarbenen Volks unvermittelt. Zu Beginn des Jahrzehnts verendeten 80- 90 Prozent des Viehbestands aufgrund einer schrecklichen Dürre, der größten seit Menschengedenken. Man nennt dort oben daher die drei fast regenlosen Jahre 'die Zeit, in der die Menschen ihre Lederkleidung essen mussten'. Gleichzeitig verlegte die Swapo, die sich seit 1966 mit den südafrikanischen Streitkräften auseinandersetzte, ihre Westfront ins Kaokoland, und bald wirkte sich der Guerillakrieg auf den Alltag der im nördlichen Kaokoland lebenden Himba aus. Einige Familien zogen weg, da sie zurecht fürchteten, ihre Kinder würden geraubt werden und in Angola zu Guerillakriegern ausgebildet. Als die Dürre Anfang 1982 endlich zu Ende ging, setzten sie ihren halbnomadischen Lebensstil fort. Sechzehn Jahre nach der Dürre hatte sich die Rinderzahl der Kunene Region (Kaokoland) wieder von circa 20 000 Stück auf mehr als 60 000 erhöht. Diese Ereignisse kann man laut den Himba nicht ungeschehen machen. "Im Herzen meines Enkels haben Rinder keinen Platz mehr. Er träumt jetzt davon, ein Radio und eine Armbanduhr zu besitzen. Er steckt die Hände in die Taschen und dreht sich weg, wenn sein Vater ihn zum Schafehüten auffordert". Da gibt es folgenden Witz: Schließlich sollte ein junger Himba einen Lederschurz (oruhira), keine Hosen tragen, dann wüßte er nämlich auch nicht, wohin er seine müßigen Hände stecken soll..."
Die bizarrste Pflanze der Erde
Als der australische Doktor Friedrich Welwitsch über eine unordentlich aussehende Pflanze stolperte, die nichts glich, was er bis dahin gesehen hatte, ahnte er, das er die merkwürdigste Pflanze der Welt entdeckt hatte. Sein Fund, den er am 3. September 1859 nahe des Cap Negro in Angola machte, weckte augenblicklich das Interesse der Wissenschaftler, allen voran Charles Darwin, dessen komische Beschreibung der Welwitschia als 'das Schnabeltier des Pflanzenreiches' absolut zutreffend ist. Der Botaniker Welwitsch reichte die Beschreibung seiner Enteckung bei der botanischen Gesellschaft in London ein, welche der Pflanze den Namen Welwitschia mirabilis gab. Zeitgleich machte der Forscher Thomas Baines die gleiche Entdeckung am Swakop Rivier in der Nähe von Swakopmund in Namibia, reichte seine Beschreibungen jedoch erst zehn Jahre später ein. Irrtümlicherweise wurde die Pflanze neu klassifiziert und als das endeckt wurde, nannte man sie zu Ehren beider Forscher Welwitschia bainesii. Nach einem Gerichtsurteil heißt sie heute wieder Welwitschie mirabilis da das "botanische Recht" besagt, dass eine Pflanze ihren ersten korrekten Namen behalten muss. An ihrem Stamm wachsen nur zwei Blätter, die vom Wind zerrissen werden und man bekommt so den Eindruck, das es viele Blätter sind. Obwohl die Welwitschia (Welwitschia mirabilis) zur Gattung der Gymnosperma (Nichtblütler) gezählt wird, ist sie vielfältiger als die anderen Genossen ihrer Gattung und zeigt viele Eigenschaften sowohl der Gymnosperms als auch der Angiosperms (Blütler). Die Fortpflanzungsstrukturen der weiblichen Pflanze sehen eher aus wie die Zapfen der Koniferen, die typische Gymnosperms sind. Aber das ungewöhnlichste an dieser Pflanze beoachtet man während der Befruchtung: Anstatt der männliche Samen seinen Weg in den Fruchtknoten der weiblichen Pflanze findet um sich mit dem Ei zu verbinden, bewegt sich das Ei durch eine spezielle Röhre, die aus Pollenkörnern besteht und mittels einer klebrigen Substanz auf dem weiblichen Zapfen sitzt, zu den männlichen Samen. Welwitschias kommen nur in der Namib Wüste vor und es gibt dort ca 5 000 -6 000.
Kohleoel
Das Petroleum wurde 1859 entdeckt. Durch Erhitzen von Öl in einem geschlossenen Gefäß entsteht Kerosin, eine dünne, farblose Flüssigkeit. Dieses Öl wurde meist für Lampen benutzt. Man nannte es erst Kohleöl, da viele Menschen dachten, Petroleum sei ein Kohlenebenprodukt.
Ausgezeichnete Etablissements:
Windhoek
Imanuel Wilderness Lodge Tel: +264 (0)61 260 901 Fax: +264 (0)61 260 903 E-mail: lodge@iway.na
Süden Namibias
Betesda Lodge Tel: +264 (0)63 693 253 Fax: +264 (0)63 693 252 E-mail: betesda@iway.na
Erongo
Hohentein Lodge Tel: +264 (0)64 530 900 Fax: +264 (0)64 530 931 E-mail: info@hohensteinlodge.de
Der Herausgeber
Stefan Rust
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